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introductory seminar course: "Momentaufnahme oder Dauerzustand? - Krisenkonzepte in Geschichte und Gegenwart" - Details
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Lehrveranstaltung wird online/digital abgehalten.

General information

Semester WS 2020/21
Current number of participants 21
maximum number of participants 25
Home institute Europäische Kulturgeschichte
Courses type introductory seminar course in category Teaching
Next date Tue , 08.12.2020 12:15 - 13:45
Online/Digitale Veranstaltung Veranstaltung wird online/digital abgehalten.
Hauptunterrichtssprache deutsch

Course location / Course dates

n.a Tuesday: 12:15 - 13:45, weekly(12x)

Module assignments

Comment/Description

Das Proseminar widmet sich den verschiedenen historischen und gegenwärtigen Konstellationen von Krisen. Begriffsgeschichtlich aus der Medizin stammend bezeichnete das griechische krisis ursprünglich eine plötzliche Veränderung im Krankheitsverlauf bei dem sich entschied, ob eine Besserung oder eine rapide Verschlechterung des Gesundheitszustandes eintritt. Hiervon entfernt sich das Verständnis des Krisenbegriffes jedoch zunehmend und geht im 18. Jahrhundert vor allem in einen militärisch-politischen, im 19. Jahrhundert auch in einen wirtschaftlichen Verwendungskontext über. Die Krise behält ihren Konfliktcharakter zwischen Verbesserung und Verschlechterung jedoch bei. Die Erzählung einer Situation als krisenhaft legitimiert Handeln und ermöglicht Umbrüche und Umstrukturierungen. Da die Ausdeutung einer Situation jedoch subjektiv verschiedenen ausfällt, entstehen im Umfeld postulierter Krisen auch häufig Konfliktsituationen.

Scheinbar weiter von einem Verbesserungsgedanken entfernt liegt die heutige politische Ausdeutung der Krise, deren mediale Inszenierung vor allem den Bereich der Verschlechterung abzudecken scheint. Wirtschaftskrise, Klimakrise, Flüchtlingskrise, zuletzt Coronakrise – dem 21. Jahrhundert wird ein fast dauerhafter Krisenzustand zugeschrieben. Doch wer besitzt eigentlich die Deutungshoheit darüber was als krisenhaft zu gelten hat? Ist jede so wahrgenommene Problemlage gleich eine Krisensituation? Wie können Krisen gemanagt werden?

Diesen Fragen möchte das Seminar in transepochaler und transkultureller Perspektive nachgehen. Von der Krise des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert, über Krisen als Leitmotiv bei der römisch-deutschen Königswahl, bis zur krisenhaften Situation der Weimarer Republik beleuchtet das Seminar verschiedene Schlaglichter der Geschichte. Darneben werden Bereiche betrachtet, die in der Moderne und Gegenwart mit einem chronischen Krisenverständnis besetzt sind: Von einer Umwelt- und Klimakrise über verschiedene Krisen mangelnder Gleichberechtigung bis hin zu technischen Krisen. Jenen vermeintlich allumfassenden Prozessen entgegen stehen die Persönlichen: Sinn- und Lebenskrisen, welche Verarbeitung und Behandlung auf persönlicher als auch häufig auf medizinisch-psychotherapeutischer Ebene erfordern. Im Fokus stehen auch literarische und mediale Interpretationen des Krisenhaften: Von der persönlichen Krise im Roman, zur Aufarbeitung von fiktiven (oder realen) Krisen in Film und Fernsehen, zu verschiedenen Krisen der Literatur selbst.

Admission settings

The course is part of admission "Beschränkte Teilnehmeranzahl: "Momentaufnahme oder Dauerzustand? - Krisenkonzepte in Geschichte und Gegenwart"".
Settings for unsubscribe:
  • The enrolment is possible from 14.09.2020, 00:00 to 31.10.2020, 23:59.
  • A defined number of seats will be assigned to these courses.
    The seats in these courses will be assigned at 31.10.2020, 23:59. Addional seats may be added to a wait list.