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Advanced seminar: HS/Ü: Konjunkturen des Essays - Details
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Lehrveranstaltung wird online/digital abgehalten.

General information

Subtitle Dozentin: Nora Weinelt
Semester SS 2021
Current number of participants 12
expected number of participants 35
Home institute Vergleichende Literaturwissenschaft/ Europäische Literaturen
Courses type Advanced seminar in category Teaching
First date Thu , 15.04.2021 12:15 - 13:45, Room: (Zoom-Sitzung)
Online/Digitale Veranstaltung Veranstaltung wird online/digital abgehalten.
Hauptunterrichtssprache deutsch

Course location / Course dates

(Zoom-Sitzung) Thursday: 12:15 - 13:45, weekly (12x)

Module assignments

Comment/Description

„Versuche, einen Roman zu schreiben. Du vermagst es nicht? Dann versuch es mit einem Theaterstück. Du kannst es nicht? Dann mach eine Aufstellung der Börsebaissen in New York. Versuch, versuch alles. Und wenn es gar nichts geworden ist, dann sag, es sei ein Essay.“ So endet Kurt Tucholskys Polemik „Die Essayisten“ (1931) über die von ihm beobachtete Konjunktur des Essays, der mittlerweile von einer „ganze[n] Industrie“ bedient werde. Mit seiner Kritik steht Tucholsky nicht alleine da; der Essay gehört zu den umstrittensten literarischen Gattungen überhaupt. Besonders viel Spott und Unmut entzünden sich – wie bei Tucholsky – an der für ihn typischen subjektiven Herangehensweise sowie an seinen stilistischen Besonderheiten. Zugleich aber erfreut sich der Essay auch heute wieder größter Beliebtheit; die Wochenzeitung „der Freitag“ rief 2012 sein Comeback als Kunstform aus. Und tatsächlich begegnet man dem Essay überall – in Verlagsprogrammen, in Zeitungen, selbst im Rahmen universitärer Lehrveranstaltungen, wo er häufig als Prüfungsleistung eingefordert wird.
Im Seminar wollen wir zunächst die grundlegenden Charakteristika des Essays erarbeiten und seine stilistischen, formalen und poetologischen Merkmale analysieren. Nach einem kurzen Blick auf die Geschichte des Essays als Gattung (Michel de Montaigne, „Du repentir“, 1580; Heinrich von Kleist, „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“, ca. 1805) beschäftigen wir uns mit seiner Rolle im 20. Jahrhundert (u.a. Hannah Arendt, „Wir Flüchtlinge“, 1943; James Baldwin, „The Fire Next Time“, 1963) und widmen uns dann seiner aktuellen Konjunktur: Gibt es eine spezifische zeitgenössische Ausprägung des Essays?

Admission settings

The course is part of admission "Reguläre Anmeldephase SoSe 2021".
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  • The enrolment is possible from 01.03.2021, 00:00 to 05.04.2021, 23:59.

Registration mode

After enrolment, participants will manually be selected.

Potential participants are given additional information before enroling to the course.