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Seminar: Forschungsseminar: "Wachstum" als hegemonialer Diskurs - Details
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Lehrveranstaltung wird online/digital abgehalten.

Module assignments

Comment/Description

Das Wortzeichen „GROWTH“ und die damit unmittelbar verbundene Idee fortgesetzten Wirtschaftswachstums, sind wesentliches Element des unsere weltpolitische Gegenwart bestimmenden Herrschafts- und Ordnungsdiskurses. Wirtschaftswachstum – so wird seit vielen Jahren argumentiert – ist Bedingung für Wohlstand, für Entwicklung und Fortschritt der Menschheit. Dieses Versprechen dient und diente den meisten politischen Systemen der Erde als entscheidende Legitimationsressource und zwar unabhängig von der Frage, ob deren Wirtschaftssysteme nun plan- oder marktwirtschaftlich organisiert waren bzw. sind. Die Stabilität von Herrschaft basiert auf Autorität und Legitimität und diese hängen wiederum maßgeblich von der Qualität der bereitgestellten öffentlichen Güter und der Überzeugungskraft der zentralen politischen Werte und der daraus abgeleiteten Ziele und Zielverfolgungsstrategien ab.
Ausgehend von der Überlegung, dass die sich in der Wahrnehmung vieler Zeitzeugen dynamisierenden Weltkrisen zuvorderst als materialistische wie idealistische Doppelkrise des GROWTH-Paradigmas zu lesen sind, zielt das Seminar auf die Rekonstruktion der diesbezüglichen diskursiven Kampflinien in möglichst vielen unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Arenen. Wie wird in kommunalen, wie in einzelstaatlichen oder internationalen politischen Systemen über Wirtschaftswachstum gesprochen, geschrieben und gedacht? Wie positionieren sich (trans-)gesellschaftliche Akteure, Bewegungen, Parteien, Bündnisse, Verbände und Wirtschaftskorporationen zu diesen Fragen? Ganz gleich, ob Papst Franziskus oder Osama bin Laden, ob die Administration des gegenwärtigen US-Präsidenten oder die Kommunistische Partei Chinas, ob Vandana Shiva, Serge Latouche oder andere AkteurInnen einer weltweiten post-growth-Bewegung, ob KlimaforscherInnen, Wirtschaftwissenschaftler, Sicherheits- oder EntwicklungsexpertInnen, ob Gewerkschaften oder Unternehmerverbände, sie alle beziehen Position zu diesem Thema, formulieren Thesen über Ursache-Wirkungszusammenhänge aus, formulieren ökologisch-ökonomisch-soziale und ethische Argumente. Indem alle am Seminar Mitwirkenden einen je unterschiedlichen Schauplatz dieser weltumspannenden Auseinandersetzung erforschen und wir gegen Ende des Semesters von der individuellen Anschauung des je Besonderen zur gemeinsamen Gesamtschau des sich daraus ergebenden Allgemeinen übergehen, lassen sich womöglich fall- und arenenübergreifende Leitmotive dieses dramatischen Kampfs um das zukünftige Denken und Handeln der Menschheit identifizieren. Wie lauten die zentralen Narrative des größeren (Post-)Wachstums-Diskurses, welche Bilder von Gegenwart und Zukunft zeichnen diese Narrative und wie positionieren wir uns hierzu?

Zu diesen Fragen haben in den vergangenen Semestern bereits verschiedene Forschungsseminare gearbeitet und spezifische Elemente des Gesamtdiskurses erforscht. Von Zeit zu Zeit wird im Rahmen des Kolloquiums oder in anderen Formaten der Versuch unternommen, seminar- , studien- und Jahrgangsübergreifend zum Thema "(Post-)Wachstum" ins Gespräch zu kommen, um auf dieser Weise etwaig bestehende fallübergreifende, allgemeine Muster der unterstellten ökologisch-ökonomischen Doppekrise besser identifizieren und verstehen zu können.

Admission settings

The course is part of admission "Zeitgesteuerte Anmeldung: SoSe 2018".
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  • The enrolment is possible from 26.02.2018, 08:00 to 20.04.2018, 22:00.

Registration mode

After enrolment, participants will manually be selected.

Die endgültige Zuordnung erfolgt nach der ersten Sitzung.