Seminar: MA: Die Natur des Geschlechts - Details

Seminar: MA: Die Natur des Geschlechts - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: MA: Die Natur des Geschlechts
Veranstaltungsnummer SOW-4300, SOW-4301, SOW-4800
Semester WS 2020/21
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 10
maximale Teilnehmendenanzahl 20
Heimat-Einrichtung Soziologie mit Schwerpunkt Gesundheitsforschung
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Lehre
Erster Termin Donnerstag, 05.11.2020 14:15 - 15:45
Veranstaltung findet online statt / hat Remote-Bestandteile Ja
Hauptunterrichtssprache deutsch

Räume und Zeiten

Keine Raumangabe
Donnerstag: 14:15 - 15:45, wöchentlich

Kommentar/Beschreibung

„Geschlecht ist eine soziale Konstruktion“ so lautet seit mehr als 20 Jahren das Diktum in den Sozial- und Kulturwissenschaften. Nicht die Biologie (Sex) sei maßgeblich für menschliche Geschlechtlichkeit, sondern kulturelle und gesellschaftliche Normen und Werte (Gender). Entstanden ist diese Vorstellung in den 1990er Jahren als politische Antwort auf die Dominanz heteronormativer Geschlechtlichkeit, die in den 1980er Jahren nicht nur die Gesellschaft, sondern selbst auch noch die 2. Welle der Frauenbewegung prägte. Die Biologie des Geschlechts (Sex) galt bis dahin als „natürliche“, gegebene Grundlage, an der gesellschaftliche und kulturelle Normen prägend ansetzen. Diesem „Naturalismus“ setzten die Sozial- und Kulturwissenschaften die Vorstellung entgegen, dass auch das, was wir als „Natur des Geschlechts“ verstehen, sozial konstruiert sei. Prägend waren (und sind) in dieser theoretischen Situation zwei Ansätze: Zum einen die sprachphilosophisch-kulturtheoretische Konzeption Judith Butlers, zum anderen der interaktionssoziologische Ansatz nach West und Zimmermann.

Im Seminar sollen die Folgen dieser „Kulturalisierung“ des Geschlechts reflektiert werden. Dabei geht es in einem ersten Schritt darum nachzuvollziehen, was „soziale Konstruktion des Geschlechts“ theoretisch bedeutet und welche gesellschaftlichen und politischen Folgewirkungen damit verbunden sind (Stichworte: Alltagskonstruktivismus, Personenstandsregelung, Diversifizierung vs. Retraditionalisierung von Zweigeschlechtlichkeit). In einem zweiten Schritt soll gefragt werden, was theoretisch und politisch verloren geht, wenn der Begriff „Natur“ aus dem Geschlechterdiskurs verbannt wird. Was bedeutet der Begriff „Natur“? Was ist die „Natur des Menschen“? Ist unter „Natur“, „Körper“, „Biologie“ und „Materie“ das Gleiche zu verstehen? Welche Rolle spielen leibliche, vorbewusste Erfahrungen für unser Geschlechtsempfinden? Und: Wenn es stimmt, das Geschlecht gesellschaftlich und kulturell geprägt wird, ist dann nicht auch der Wunsch nach Diversität eine soziale Konstruktion?

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "WS 20_21_Gesundheitssoziologie_Erstsemester".
Durch den Eintrag auf der Teilnehmer*innenliste reservieren Sie sich lediglich einen Platz. Sollten Sie in der 1. Sitzung Ihre Teilnahme nicht bestätigen, wird der Platz an eventuell Wartende vergeben.
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze in den betreffenden Veranstaltungen wurden am 28.10.2020 um 00:01 verteilt. Weitere Plätze werden evtl. über Wartelisten zur Verfügung gestellt.
  • Die Anmeldung ist möglich von 02.10.2020, 00:01 bis 30.10.2020, 23:59.

Anmeldemodus

Die Anmeldung ist verbindlich, Teilnehmende können sich nicht selbst austragen.