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Seminar: MA - Leib sein und Körper haben. Sozialphänomenologische und sozialanthropologische Ansätze zu Körper und Geschlecht - Details

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MA - Leib sein und Körper haben. Sozialphänomenologische und sozialanthropologische Ansätze zu Körper und Geschlecht

General information

Semester WS 2017/18
Home institute Soziologie mit Schwerpunkt Gesundheitsforschung
Courses type Seminar in category Teaching
First appointment Wed , 18.10.2017 14:00 - 15:30, Room: 2105 Gebäude D
Hauptunterrichtssprache deutsch

Lecturers

Tutor

Times

Wednesday: 14:00 - 15:30, weekly (from 18/10/17)

Course location

2105 Gebäude D

Fields of study

Comment/Description

Der sogenannte lnguistic turn hat Mitte des 20. Jahrhunderts in den Sozial- und Geisteswissenschaften zu einer bevorzugten Beschäftigung mit Sprache und Kommunikation geführt (Habermas, Luhmann, Foucault, Butler etc.). Die Sprache bzw. der Diskurs gelten seither als die unbedingte Voraussetzung von Denken und Bewusstsein, von Wahrnehmung und Erfahrung, von Sozialität und Kultur. Kein Zugang zum Anderen, zur Außen- oder Innenwelt sei möglich, der nicht notwendig durch Sprache vermittelt sei. Seither hat es, beginnend mit dem cultural turn in den 1980er Jahren eine Fülle weiterer Wendungen gegeben, die die sprachtheoretische Wende in der Wissenschaft kritisch hinterfragen, wie der practice turn, iconic turn, emotional turn und nicht zuletzt auch der somatic oder body turn. Sie alle eint das Bestreben, die idealistischen Verkürzungen des linguistic turn zu kritisieren und Praktiken, Bilder, Gefühle und nicht zuletzt körperliche Erfahrungen als relevante Zugänge zur Welt zu rehabilitieren. Insbesondere der body turn reagiert damit auch auf aktuelle (bio-)technologische Entwicklung in der Gesellschaft, die die Optimierung des menschlichen Körpers nach Leistungs-, Gesundheits- und Schönheitskriterien vorantreibt. Die mittlerweile nahezu inflationär erscheinende Rede vom Körper in den Sozialwissenschaften hat jedoch bisher weder der Dominanz sprach- und diskurstheoretischer Ansätze geschadet noch liefert sie ein begriffliche Grundlage, die eine Kritik biotechnologischer Zugriffe ermöglicht.
Ausgehend von dieser Problemstellung sollen im Seminar sozialtheoretische Zugänge zum menschlichen Körper diskutiert werden, die eine Kritik der Verkürzungen sprach- und diskurstheoretischer Ansätze ermöglichen – ohne hinter die Erkenntnisse des linguistic turn zurückzufallen. Im Zentrum stehen hier sozialphänomenologische und -anthropologische Ansätze in der Nachfolge von Helmuth Plessner, Bernhard Waldenfels, Maurice Merleau-Ponty, Herrmann Schmitz u.a., wie sie heute von Robert Gugutzer, Ulle Jäger, Gesa Lindemann u.a. vertreten werden.

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attendance

Current number of participants 10
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