Hauptseminar: HS (M.A.): (Un)Sicherheit und Frieden: Augsburger Gespräche zu Literatur, Theater und Engagement 2026 - Details

Hauptseminar: HS (M.A.): (Un)Sicherheit und Frieden: Augsburger Gespräche zu Literatur, Theater und Engagement 2026 - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Hauptseminar: HS (M.A.): (Un)Sicherheit und Frieden: Augsburger Gespräche zu Literatur, Theater und Engagement 2026
Untertitel geeignet für das Theaterzertifikat TheaZ A1, A3, C1, C2, C3
Semester SS 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 0
maximale Teilnehmendenanzahl 15
Heimat-Einrichtung Neuere Deutsche Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Ethik
Veranstaltungstyp Hauptseminar in der Kategorie Lehre
Nächster Termin Mittwoch, 15.04.2026 10:00 - 11:30, Ort: (D-1087a)
Voraussetzungen Das Seminar versteht sich als Vorbereitung zu den Gesprächen, deren Mitwirkung ein Pflichtteil des Seminars darstellen. In dem Zusammenhang besteht die Möglichkeit des intensiven Austausches mit den eingeladenen Schriftsteller*innen, Musiker*innen und Theaterschaffenden. Die diesjährigen "Augsburger Gesprächen zu Literatur, Kunst und Engagement" finden vom 13.-15. Oktober 2026 statt! Das Seminar im Sommer dient der Vorbereitung. Selbstverständlich bekommen Sie von mir eine Freistellung für die erste Semesterwoche im Winter für die anderen Seminare ausgestellt! Am 13. Oktober können Sie am Vormittag noch alle anderen Seminare besuchen, am 15. Oktober enden die Gespräche gegen 14.00 Uhr und der Nachmittag steht dann auch wieder zur Verfügung.
Leistungsnachweis Die Lehrveranstaltung ist u.a. auch für den Erwerb des Theaterzertifikats geöffnet.
Folgende Sparten/Module können belegt werden: A1, A3, C1, C2, C3
Nähere Informationen zum Theaterzertifikat: https://www.uni-augsburg.de/de/fakultaet/philhist/professuren/germanistik/neuere-deutsche-literaturwissenschaft-ethik/theaterzertifikat/
Veranstaltung findet in Präsenz statt / hat Präsenz-Bestandteile Ja
Hauptunterrichtssprache deutsch

Räume und Zeiten

(D-1087a)
Mittwoch: 10:00 - 11:30, wöchentlich (14x)

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Nach der „Bedürfnispyramide“ des US-Psychologen Abraham Maslow gehört körperliche, seelische und materielle Sicherheit zu den grundlegendsten Bedürfnissen des Menschen und rückt in die Nähe von Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken und Schlaf. Auch für den Staat spielt die Sicherheit seiner Bürger*innen eine besondere Rolle, denn sie dient nicht zuletzt als zentrale Legitimationsgrundlage für Staatlichkeit selbst. Sicherheit, so scheint es, ist ein normativer moralischer Wert, den es zu verteidigen gilt, denn ohne grundlegende Sicherheit kann es keinen Frieden geben und auch keine Freiheit.

Gleichzeitig braucht Sicherheit Vertrauen. Die Welt, die uns umgibt, das Leben selbst, ist immer risikoreich. Sicherheit ohne Vertrauen kann nicht mit Freiheit in eine Balance gebracht werden. Doch wo sind die Grenzen von Sicherheit, besonders dann, wenn man das Spannungsverhältnis von Freiheit und Kontrolle in den Blick nimmt. Der Frage, was als Gefahr für die Sicherheit gilt, folgen nicht selten lange Aushandlungsprozesse an dessen Ende oft keine Einigung zu erzielen ist, vor allem dann, wenn es gilt, Sicherheit zu verteidigen. Nicht selten stimmen dabei die faktische Sicherheitslage und das empfundene Sicherheitsgefühl der Menschen nicht überein.

Eine gesteigerte Wahrnehmung von Risiken und Gefahren und das Empfinden einer gestiegenen Verletzlichkeit sowohl der Gesellschaft als Ganzer als auch des Einzelnen - nicht nur in Bezug auf eine Gefährdung von Leib und Leben, sondern auch beispielsweise des sozialen und materiellen Status – schlagen sich, nicht selten geschürt durch populistische Diskurse, in einem verstärkten Sicherheitsbedürfnis nieder. Sicherheit hat also viele Facetten und umfasst sowohl staatliche, militärische, ökonomische, ökologische, humanitäre, aber auch individuelle Aspekte.

Aktuelle Krisensituationen, die sowohl die politische Weltlage als auch das soziale Gefüge des Einzelnen betreffen, führen im 21. Jahrhundert zu einem verstärkten Sicherheitsbedürfnis in Kombination mit einem sich ausweitenden staatlichen Sicherheitsversprechen. Daraus ergibt sich ein Wandel in der Sicherheitskultur, der nicht nur zu institutionellen Veränderungen und rechtlichen Verwerfungen in der Sicherheitspolitik führt, sondern generell staatliche Sicherheitsorgane und internationale Sicherheitsinstitutionen zu überfordern beginnt.

Sicherheit, so ist aktuell mehr denn je zu beobachten, ist nicht selten mit politischer Macht und staatlichen Setzungen verbunden. Die Perspektive auf die Deutungsmacht von Sicherheit lenkt den Blick auch auf deren legitimatorischen Wert für politisches Handeln. Hier ist auch die exkludierende Logik von Sicherheit hervorzuheben. Das Verhältnis von Sicherheit und Gewalt ist ein paradoxes. Häufig dient Sicherheit als Legitimation für die Anwendung von Gewalt. Den Adressaten dieser Gewalt wiederum wird damit die grundlegendste Sicherheit genommen. Was, wenn die Institutionen, die für Sicherheit sorgen sollen, nur für bestimmte Gruppen Sicherheit herstellen und für einen anderen Teil Unsicherheit befördern? Rassismus und Gewalt in Polizei und Militär oder Racial-Profiling zeigen, dass Sicherheit eben nicht gleich Sicherheit für alle ist. Zu fragen ist daher: Wie kann Sicherheit - als grundlegendes menschliches Bedürfnis und als Voraussetzung für Frieden aber gleichzeitig auch als missbrauchsanfälliges Konzept und Legitimation für Gewalt und Bedrohung für Andere – für ALLE hergestellt und geschützt werden?

Ausgehend von diesen Fragestellungen wollen die Augsburger Gespräche dieses Jahr vor allem nach der Dialektik von Sicherheit und Unsicherheit fragen und danach, wie diese Themen inhaltlich, aber vor allem in den künstlerischen Ausdrucksweisen selbst verhandelt werden. Zeichnen sich die Künste nicht gerade durch ein hohes Maß an Unsicherheit aus, stellen das Risikobehaftete in den Mittelpunkt und gelten als Experimentierfeld, das Mut erfordert und keinen doppelten Boden besitzt? Welche Rolle können sie also spielen im Diskurs um Sicherheit und Unsicherheit, welche Haltung zu dem Sicherheitsbedürfnis einer Gesellschaft nehmen sie ein, wie wird in ihren jeweiligen Ausdrucksformen darüber nachgedacht und welche Diskurse können sie dadurch anregen?

Diese und andere Fragen sollen im Mittelpunkt der diesjährigen Augsburger Gespräche zu Literatur, Theater und Engagement stehen. Gemeinsam mit Studierenden wird in Form von Werkstattgesprächen drei Tage hinter geschlossenen Türen diskutiert. Abgerundet werden die Tage durch eine öffentliche Podiumsdiskussion, die live auf BR2 übertragen wird. Die Moderation übernimmt Niels Beintker, der seit Jahren dieses Format begleitet und auch die drei Tage über anwesend sein wird.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Allgemeine Anmeldephase Sommersemester 2026".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze in den betreffenden Veranstaltungen werden am 08.04.2026 um 00:01 verteilt.
  • Die Anmeldung ist möglich von 02.03.2026, 00:01 bis 06.04.2026, 23:59.